Archiv

Archive for the ‘Lyrik’ Category

Selbstabtreibung

26. Juli 2009 2 Kommentare

Kroch aus dem Nabel
und hab beäugt
den Vater,
der mich nur gezeugt.
Kroch zurück und weinte,
weil Vaters Samen einte,
was Mutter wollte,
Vater nicht.
Dort in der Furche einer Geilen,
tief im Schritte weilen
Vaters Samen, Laichenblass.
Mutters Hoffnung, Rosarot.
Und ich trat ohne Unterlass
Samen und Hoffnung tot.
Kriech aus dem Nabel
und betrachte,
was Vaters Samen nicht vollbrachte,
wo Mutters Hoffnungen jetzt zerfließen,
wird sich die geile Furche schließen.

Kategorien:Lyrik Schlagworte: , ,

Liebe vergeht


Euphorie des ersten Augenblicks
hält die Zeit Sekunden inne,
durchströmt so süß all deine Sinne.
Geschenktes Glück maßlos verzückt.

Den Blick je himmelwärts gerichtet,
schwoll Dank um Dank gen Abendrot,
fraß Einsamkeit und ähnlich Not.
Für Liebe nun s’ Gemüt gelichtet.

Doch ist die Zeit dem Wasser gleich,
zieht mit sich, was verbindet.
So nach und nach verschwindet
der einst verströmte Liebeslaich.

Spült ans Ufer bald ein Schiff,
trägt gähnend Gleichmut mit an Bord.
Das einst so gern gesagte Wort
zerschellt am harten Riff.

Wenn’s Schiff in dunkle Tiefen taucht,
wo nur ein fader Einton bliebe,
verschwindet einst ersehnte Liebe
wie Atem, der auf Spiegel haucht.

Kategorien:Lyrik Schlagworte: , ,

Irre


Starre Geometrie beweglicher Leiber.
Farbenreicher Geist grauer Schädel.
Dynamische Steifheit und
steife Dynamik im Sein.
Sprachlose Worte
stumm und schweigsam
dahergesagt.
Unsichtbares Panorama
blind entdeckt.
Gedankenlose Gedanken
gedacht
und so Gedanken gedankenlos
gemacht.

Kategorien:Lyrik Schlagworte: , ,

Tot


Der Augen Fackel nun erlosch,
kein Licht durchströmt mehr Herz und Sein,
stille steht der glühend Wein,
der einst in deinen Venen floss.

Je hat der Sturm sich lau gelegt,
ist still und stumm, und Seelenheil
legt schwarze Laken über dich, weil
kein Gram mehr das Gemüt bewegt.

So glattgefegt die tosend Wogen,
dein Meer liegt ruhig und breit,
im Spiegel weit
hat sich dein Lächeln eingwoben,
umspült verspielt dein Herz und zeugt
von Freude ums entschwommne Leid.

Kategorien:Lyrik Schlagworte: , ,

Sterben


Langsam wächst der Acker,
bedrohlich nah er bei der Alten,
grün wie Tann ergießt sich Eiter
aus Furch im Schritt und Busenfalten.

Mit Händen, ähnlich knorrend Zweige,
die einst mühsam Werk gebaren,
sucht sie das Gestern im Geweide,
als Leib und Wohl beisammen waren.

Doch staubig muten alte Jahre,
die Uhr tickt weiter, Stund um Stund.
Sie betet, dass sie Gott bewahre,
wenn letzter Odem streicht den Mund.

Die glasig Augen, tief gefallen
in Schädels Höhle, doch sie sehn
Erinnerungen, erst widerhallen,
dann vergilben, zum Schluss vergehn.

Ein leises Lächeln berührt ihr Wesen,
als sie im stummen Geist gesehen,
wie reich das Leben doch gewesen
und sie nun kann in Ruhe gehen.

Der Acker nun bedrohlich nah,
ein letztes Bild im Augenrund,
und als die Nacht den Tag gebar,
strich letzter Odem ihren Mund.

Kategorien:Lyrik Schlagworte: , ,
Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.